Ronde Island – Limekiln Bay, Tyrell Bay, Paradise Beach, Hillsborough, Sandy Island, Tyrell Bay
Distanz: 21,4 sm – Gesamtdistanz 2025: 3.281,9 sm
In der Tyrell Bay kann man zwar gut liegen, aber ein karibisches Highlight ist sie dann auch nicht. Auf der Nordseite von Carriacou, dort wo auch der Paradise Beach ist, liegt man sehr viel schöner. Dort ist auch Sandy Island, aber gerade sind im Mittel 20 kn Wind mit Böen um die 28 vorhergesagt. Das wird wahrscheinlich dann doch etwas zu dolle für Sandy Island sein, denn die kleine Insel liegt recht exponiert vor dem Paradise Beach.
Da es »nur« drei Seemeilen eben mal kurz um die Ecke sind, schlampen wir wieder einmal mit unseren Vorbereitungen. Und wie immer rächt sich das sofort. Es ist keine wirklich gute Idee, bei so viel Wind das Dinghy zusammen mit dem Außenborder einfach mal hinterherzuziehen. Bei wenig Wind ist das kein Problem, aber auf halber Strecke und auf dem kurzen Gegenwindstückchen bläst es uns mit 30 kn entgegen. Obwohl wir sofort langsamer fahren, zappelt unser Gummiboot wie wild hinter uns auf und ab. Da hilft es auch nichts, dass wir es mittig angebunden haben. Schnell binden wir es noch einmal provisorisch an den Scharnieren der Badeleiter etwas weiter nach unten, so ist der Spielraum für ein Tänzchen mit ungewissem Ausgang wenigstens etwas eingeschränkter. Wieso in drei Teufels Namen rächt sich bei uns eigentlich immer jede Schlampigkeit sofort?
Der Ankerplatz vor dem Paradise Beach ist traumhaft, nur leider ist dem Wind heute etwas zu sehr nach Nordost, was uns ziemlich rollen lässt.
Etwas grummelig verlegen wir uns vor Hillsborough.
Dort geht es. Aber wir haben die Rechnung ohne den Karneval gemacht. Wann denkt ein norddeutsches Seelchen auch schon mal an so etwas Überflüssiges wie Karneval?!?
Einige Soundchecks lassen Schlimmes erahnen, doch wir lesen im Internet, das erstens der Karneval auf Carriacou der schönste und lustigste in der ganzen Karibik sein soll und zweitens die Haupt-Events erst am Montag und Dienstag starten. Also kein Problem, es kann sich nur um Vorbereitungen handeln.
Doch wie gründlich diese Vorbereitungen sind, erfahren wir dann in der Nacht zum Sonntag. In meinen wilden Jahren bin ich ja schon das ein oder andere Mal um die Häuser gezogen und so manche Nacht ging auch in irgendeinem Disco- oder Techno-Schuppen zu Ende. Außerdem wird mir ja in letzter Zeit auch nachgesagt, dass ich altersschwerhörig werde, doch trotz des Segens dieser Altersschwerhörigkeit, habe ich noch NIE in meinem Leben so laute Techno-Mucke gehört. Ein Presslufthammer klingt dagegen wie eine Kinderrassel. Es ist eine Mischung aus Calypso-Techno-Rap-Indi-Electro-Bumbum, das zu fortgeschrittener Stunde in einer Endlosschleife versucht, die gegnerische Boxenwand von der gegenüberliegenden Straßenseite zu blasen.
Zum Auftakt fährt in der Dämmerung schon mal ein Techno-Disco-Party-Boat vor Hillsborough eine Runde um uns herum. Das hat schon etwas von einem Christopher-Street-Day zur See, wobei es mit den LGBT-Rechten auf Grenada ja ebenso finster aussieht wie fast überall in der Karibik.
Obwohl wir knapp 500m vor Hillsborough liegen, vibriert der Rumpf der PINCOYA. Um uns herum bilden sich im Takt des Bumbum kleine Kräuselwellen, als ob man einen Stein techno-bumbum-rhythmisch ins Wasser geworfen hat. Selbst der Motorstundenzähler am Außenborder, der auf Motorvibrationen reagiert, hat am Morgen mitgerechnet und 7 Stunden mehr auf der Uhr 😳. Erst um 2:30 kehrt langsam Ruhe ein.
Vormittags fahren wir mit dem Dinghy an den Strand und sehen uns Hillsborough an. Auch in Hillsborough sind die Spuren von Beryl unübersehbar. Doch die zerbrochenen Scheiben sind wohl eher dem Techno-Bumbum zuzurechnen. Alles sieht noch etwas mitgenommen aus, genauso wie die Partygäste der letzten Nacht, die noch etwas lustlos schon mal die nächste Nacht vorbereiten.
So steht unser Entschluss sofort, noch so eine Nacht halten wir selbst mit Ohropax nicht aus. Wir schauen uns nur noch schnell etwas in Hillsborough um, dann hauen wir ab und ankern vor Sandy Island.
Eine gute Entscheidung, denn am Sonntagabend kommt nicht nur das Techno-Disco-Party-Boat zurück, sondern es ankert auch noch vor Hillsborough und versucht in einem ungleichen Zweikampf mit den Boxenwänden der Hauptstraße mitzumischen. Umschwärmt von unzähligen kleinen Fischerbooten gibt es nach einer Stunde auf und fährt an Sandy Island vorbei zurück in die Tyrell Bay.
Auch vor Sandy Island ist das wummernde Bumbum allgegenwärtig, aber mit 3 km Entfernung wesentlich besser zu ertragen.
Sandy Island ist eine wunderbare, sehr kleine und schmale Sandinsel. Ein echtes karibisches Highlight. Auch hier hat es zwar die meisten Palmen einfach umgeblasen, aber die Insel selbst ist erhalten geblieben, obwohl es bei Hochwasser an einer Stelle herüberschwappt. Hier noch einige Bilder, aber unser kleines Video von Sandy Island zeigt den karibischen Traum noch viel besser.
Limekiln Bay, Carriacou
12° 26′ 33,5” N, 061° 29′ 53,0” W
Tyrell Bay, Carriacou
12° 27′ 22,9” N, 061° 29′ 18,3” W
Paradise Beach, Carriacou
12° 28′ 28,4” N, 061° 29′ 09,3” W
Hillsborough, Carriacou
12° 29′ 09,1” N, 061° 27′ 36,1” W
Sandy Island
12° 28′ 58,7” N, 061° 29′ 02,0” W